„Die aktuelle Situation ist eine enorme Herausforderung.“

Wir bedanken uns herzlich bei Oliver Heuft für die tatkräftige Unterstützung bei der Umsetzung des Video-Aufrufs!

Normalerweise besuchen 74 Kinder und Jugendliche unsere Förderschule und Heilpädagogische Tagesstätte. 86 Erwachsene finden in der Förderstätte einen zweiten Lebensbereich. Sie alle sind schwer mehrfachbehindert und benötigen rund um die Uhr Unterstützung. Doch derzeit sind abgesehen vom Wohnheim alle Einrichtungen von Helfende Hände geschlossen – auch das Sternstunden Kurzzeitwohnen mit sechs Kurzzeitpflegeplätzen. Es findet lediglich eine Notbetreuung für Angehörige infrastrukturrelevanter Berufe statt.

„Die aktuelle Situation ist eine enorme Herausforderung. Vor allem für unsere Betreuten, aber auch für ihre Familien, für unsere Mitarbeitenden und für uns als soziale Einrichtung,“ erklärt Martina Engelhart, Therapieleitung im Kinder- und Jugendbereich. „Im Kinderbereich bieten wir jetzt vereinzelt Therapiegespräche und Beratung per Telefon und Videokonferenz an. Das wird von den Familien sehr positiv aufgenommen.“ Denn die Angehörigen zuhause müssen nun die Betreuung komplett selbst organisieren und dafür sorgen, dass wichtige Funktionen wie Nahrungsaufnahme, Atmung und Bewegung ihrer Kinder möglichst weiter trainiert werden – nicht nur für die Familien eine große Herausforderung, sondern auch für die Therapeuten, denen der Großteil der therapeutischen Einheiten und damit Einnahmen ausfallen.

„Wir fördern, begleiten und therapieren schwer mehrfachbehinderte Menschen bereits seit 50 Jahren und wollen das auch nach der Corona-Krise weiterhin tun können“, sagt Kathrin Wenz, Therapieleitung im Erwachsenenbereich und seit 13 Jahren Teil der Helfenden Hände. „Das bedeutet für uns und die Kollegen im Kinder- und Jugendbereich aber zunächst eine komplette Umstrukturierung des Arbeitsalltags.“ Umstrukturierungen, die von keinem der öffentlichen Geldgeber finanziell getragen werden, vor allem nicht im Therapiebereich.

Im Wohnheim versuchen die Mitarbeitenden dennoch eine gewisse Normalität und den Kontakt zu vertrauten Personen aufrechtzuerhalten. Die Therapeuten aus dem Erwachsenenbereich sind seit den Corona-Maßnahmen fest auf einer Wohngruppe eingesetzt. Das bedeutet aber auch hier, dass viele therapeutische Einheiten ausfallen: Betreute, die manchmal drei Therapieformen erhalten, bekommen jetzt nur noch eine.

„Wir verstehen natürlich den Ernst der Lage. Unsere Betreuten gehören zur Hochrisikogruppe, sodass unsere oberste Priorität ist, sie und unsere Mitarbeitenden vor einer Infektion zu schützen“, so Reinhard Mußemann, Geschäftsführer der Helfenden Hände gGmbH. Doch in diesen Bemühungen werden erste Grenzen sichtbar. Der Vorrat an Schutzkleidung und Atemschutzmasken in der Einrichtung ist extrem begrenzt. Bereits vergangene Woche haben die Helfenden Hände deswegen einen Aufruf gestartet: „Wir wissen natürlich, dass selbstgenähte Stoffmasken nur bedingt schützen. Aber jeder Versuch das Risiko einer Ansteckung zu minimieren zählt für uns und unsere Betreuten“, erklärt Reinhard Mußemann.

Doch mittlerweile stehen noch ganz andere Sorgen im Raum: „Keiner weiß, wie es ab dem 20. April weitergeht. Sollten unsere Einrichtungen längerfristig geschlossen bleiben müssen, kommen die Helfenden Hände als Unternehmen in finanzielle Engpässe. Um diese herausfordernde Zeit gut zu bestehen, sind wir auf Unterstützung in Form von Sach- und Geldspenden angewiesen. Wir sind für jede Hilfe wirklich sehr dankbar.“

Mehr zur aktuellen Situation erfahren Sie auch in unserem Video-Aufruf.

Sollten Sie die Helfenden Hände unterstützen wollen, freuen wir uns über Ihre Zuwendung:

per Sachspende an:
(Schutzkleidung, Nadeln für Nähmaschinen und Gummibänder für Masken)
+++Update vom 21.04.2020: Wir bedanken uns ganz herzlich, für die großartige Unterstützung! Wir haben in den vergangenen Tagen so viele Stoffmasken erhalten bzw. haben sich für die nächsten Tage noch so viele Zusendungen angekündigt, dass wir vorübergehend unseren Hilfsaufruf nach selbstgenähten Schutzmasken gerne pausieren möchten. Wir haben jedoch weiterhin Bedarf an Gummibändern (~7mm) und Nadeln für unsere Nähmaschinen (Singer Typ 2020/Organ 130/70 SH). Zudem benötigen wir Baumwollstoffe zur Herstellung von Schutzkleidung (waschbar bei 60°, z.B. Bettlaken). Haben Sie herzlichen Dank! +++

Helfende Hände gGmbH
Frau Inge Weiler
Reichenaustraße 2
81243 München

per Geldspende an:
Helfende Hände gGmbH
IBAN: DE67 7002 0500 0007 8500 00
BIC: BFSWDE33MUE
Bank für Sozialwirtschaft

Herzlichen Dank!

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